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Björn Ewalds

 

 

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Versicherungsrecht



geb. 1973 in Nordrhein-Westfalen

vertretungsberechtigt bei allen deutschen Amts- und Landgerichten, beim Kammergericht sowie allen weiteren Oberlandesgerichten


  • Studium in Berlin und Washington D.C.
  • Rechtsanwalt seit 2002
  • Fachanwalt für Versicherungsrecht seit 2009


Tätigkeitsschwerpunkte:

  • Versicherungsrecht
  • Haftpflicht- & Umwelthaftpflicht
  • Privates Bau- & Architektenrecht
  • Personenschäden
  • Sachversicherung
  • Regresse
  • Betrugserkennung

Mitglied des Deutschen Anwaltvereins

Fremdsprachenkenntnisse:
Englisch, Französisch

ewalds@ra-und-notare.de

Assistentin:


Frau Vogel: 030/20122-57
vogel@ra-und-notare.de

Sekretariat:

Frau Striegler: 030/20122-57

striegler@ra-und-notare.de



 

 

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Finanzen und Versicherungen

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Finanzen + Versicherungen

Schadenversicherung 
Dienstag, 27.03.2018

Kfz-Teilkasko bei Überschwemmung und "Wasserschlag"

Der Fall

In den AKB (Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung) zur Teilkaskoversicherung des Klägers hieß es:

"Versicherungsschutz besteht bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Fahrzeuges einschließlich seiner mitversicherten Teile durch die nachfolgenden Ereignisse: ....Versichert ist die unmittelbare Einwirkung von Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung Lawinen oder Muren auf das Fahrzeug...Ausgeschlossen sind Schäden, die auf ein durch diese Naturgewalten veranlasstes Verhalten des Fahrers zurückzuführen sind."

Während eines Extremregens befuhr der bei der Beklagten versicherte Kastenwagen des Klägers den Bereich einer Unterführung. Der Fahrer musste verkehrsbedingt anhalten. Das Fahrzeug wurde dann in kürzester Zeit von Wasser eingeschlossen. Dem Fahrer war es nicht mehr möglich, den Wagen in Sicherheit zu bringen. Das Wasser stieg u.a. bis in die Fahrerzelle und erreichte auch Teile des Motors. Der Motor war schon damit reparaturbedürftig.

Der Kläger verlangte Ersatz seines Schadens in Höhe von ca. 6.000 EUR. Die Beklagte wandte ein, der Motor sei nach der Überschwemmung gestartet worden, erst dadurch sei es zu einem sogenannten "Wasserschlag" gekommen.

Die Entscheidung

Nach Ansicht des OLG war der Versicherungsfall "Überschwemmung" im Sinne der AKB eingetreten. Die Überschwemmung hatte unmittelbar auf das Fahrzeug eingewirkt und dieses beschädigt.

Nach allgemeiner Auffassung in Rechtsprechung und Literatur setzt das Merkmal der Unmittelbarkeit voraus, dass die Naturgewalt einzige oder letzte Ursache gewesen ist. So lag der Fall hier. Die Überschwemmung des Fahrzeuges erfolgte ohne Mitwirkung einer anderen Ursache, etwa eines Fahrfehlers. Der Fahrer hatte verkehrsbedingt angehalten. Dann nahte unausweichlich die Überschwemmung. Bereits diese allein (ohne den späteren Versuch, den Motor zu starten) machte eine Reparatur des Motors erforderlich.

Die Leistungspflicht des Versicherers scheiterte nicht daran, dass der Umfang des Schadens durch ein Starten des Motors nach der Überschwemmung vergrößert worden war. Dies ergab sich laut OLG durch eine Auslegung der AKB-Regelung aus der Sicht eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers.

Der Versicherungsnehmer wird nicht annehmen, dass der Versicherungsschutz - auch nur teilweise - ausgeschlossen sein soll, wenn das Fahrzeug nach Einwirken von Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung lediglich weiterbenutzt wird und dies den Schaden vergrößert, so das Gericht.

Eine derartige Begrenzung des Versicherungsschutzes wird in den Bedingungen durch nichts deutlich gemacht. Vielmehr wird der Versicherungsnehmer die Regelung entsprechend dem Wortlaut dahin verstehen, dass er bei einer unmittelbaren Einwirkung der Naturgewalt und einer so verursachten Beschädigung des Fahrzeuges geschützt ist, soweit nicht die Beschädigung (auch) auf ein durch die Naturgewalt veranlasstes Fahrerverhalten zurückzuführen ist.

Ein in dieser Hinsicht durch die Überschwemmung veranlasstes Fehlverhalten stand hier nicht in Rede.

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